Gewicht aus dem Gleichgewicht...

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Gewicht aus dem Gleichgewicht
Isabel Kirchhof, Diplom-Oecotrophologin

Erbanlage (genetische Bedingungen)
Es gibt verschiedene genetische Veranlagungen, die mit darüber entscheiden, ob wir dünn oder dick werden und ob wir leichter oder schwerer abnehmen können. Doch nicht allein unsere Veranlagung entscheidet darüber, ob wir übergewichtig sind oder nicht.

Unterschiedliche Wärmebildung (Thermogenese): Es gibt Übergewichtige, die nicht anders und mehr essen als Schlanke, aber auch Schlanke, die Berge essen, ohne zuzunehmen. Diese Übergewichtigen, auch "gute Futterverwerter" oder "kalte Dicke" genannt, haben einen sparsameren Stoffwechsel und senken die Hauttemperatur bei Kälte schneller ab. Sie verlieren nur wenig Energie über die Haut und speichern diese lieber in Fettdepots. Die Schlanken, auch "schlechte Futterverwerter" oder "heiße Dünne" genannt, geben reichlich Energie ungenutzt in Form von Wärme über die Haut ab. Sind diese Menschen dennoch übergewichtig, können sie wesentlich leichter abnehmen als gute Futterverwerter.

Set Point = "Biologisches Gleichgewicht, vorprogrammiertes Sollgewicht?" Der Körper vieler Menschen verteidigt hartnäckig ein bestimmtes Gewicht. In Studien mit Adoptivkindern glich das Gewicht der erwachsenen Kinder seltener dem der Adoptiveltern, sondern mehr dem Gewicht der biologischen Eltern und Geschwister.

60 bis 80 Prozent des Körpergewichts sind höchstwahrscheinlich genetisch festgelegt. Die Neigung zu Übergewicht ist Schicksal, dick werden müssen Sie trotzdem nicht. Ungünstige Ernährungsgewohnheiten sowie zu wenig Bewegung sind die eigentlichen Ursachen, und darauf haben Sie Einfluss!

Moderner Lebensstil
Hochkalorische Nahrung, Nahrungsüberschuss und fehlende Bewegung: Reine Esslust ist für etwa jeden fünften Übergewichtigen verantwortlich. Das Gewicht bleibt nur stabil, wenn die Energieaufnahme über die Nahrung dem Energieverbrauch des Körpers entspricht.

Gestörte Appetitregulation / Seelische Faktoren
Der Göttinger Ernährungspsychologe Prof. Dr. Volker Pudel definiert "Gezügeltes Essen" (restrained eating) als "Essen, das nicht durch das Erreichen von Sättigung beendet wird, sondern bereits vorher, wenn eine bestimmte, kognitiv gesetzte Diätgrenze erreicht wird. Die Nahrungsaufnahme wird zum Zweck der Gewichtskontrolle eingeschränkt."

Möglicherweise schwindet das Hunger- und Sättigungsgefühl durch fortgesetztes gezügeltes Essen sowie häufige Diätphasen. Werden Appetit und Sättigung nicht mehr ausreichend empfunden, steuern vermehrt Außenreize wie verlockende Aufmachung oder das Nahrungsangebot die Nahrungsaufnahme.
Sicherlich trägt auch das Essen vieler kalorienreduzierter Lebensmittel dazu bei, dass sich der Energiegehalt vieler Lebensmittel kaum mehr richtig einschätzen lässt.
Beim biologischen Mahlzeitenablauf wird zu Beginn des Essens zügiger gegessen und kurz bevor es zur Sättigung kommt, nimmt das Tempo ab. Bei vielen Übergewichtigen wird die gesamte Mahlzeit gleichmäßig schnell runtergeschlungen und erst abrupt mit dem Essen aufgehört, wenn der Teller leer ist.
Auch Stresssensibilität spielt eine Rolle: Negative Gefühle und Unangenehmes werden als Hunger missinterpretiert bzw. durch Essen unterdrückt: Gegessen wird bei Sorgen, Stress und Misserfolg, um Trost und Entspannung zu finden.
Essstörungen (Binge Eating Disorder)
Oftmals sind häufige Diäten ein Grund für die Entstehung von Heißhungerattacken, die dann wieder zu Essstörungen führen können.

Endokrine Erkrankungen
Übergewicht kann auch endokrin bedingte Ursachen haben, zum Beispiel:

Hormonelle Veränderungen bei Frauen in Pubertät, Schwangerschaft oder der Menopause.

Erhöhte Insulinkonzentration
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Chushing-Syndrom: Körperliche Veränderungen aufgrund einer anhaltenden Überproduktion des Hormons Kortisol
Medikamente
Beispiele für Medikamente, die zu Übergewicht führen können, sind:

Antidepressiva
Antidiabetika
Betablocker
Glukokortikoide
Neuroleptika
Soziale Faktoren
In sozial schwachen Familien ist Übergewicht deutlich häufiger anzutreffen als bei durchschnittlichen Familien. Gründe sind:

Enge Wohnverhältnisse, kleine Zimmer, betonierte Höfe, stark befahrene Straßen - diese Lebensumstände regen nicht gerade zum Bewegen an.
Relativer Geldmangel in unteren Schichten: Es wird weniger Geld für Nahrung aufgewendet, es gibt weniger Frischgemüse und Obst, eher Konserven und Fertiggerichte, häufig mit hohem Fettgehalt.
In zerrütteten Familien fehlen oft Regelmäßigkeit und Rhythmus.
Besondere Risikogruppe: Kinder übergewichtiger Eltern mit schlechter Schulbildung
Umweltfaktoren
Wachsende Fast-Food-Industrie: Menschen, die unter Zeitdruck stehen, greifen zu schnell verfügbarem, aber auch hochkalorischem Essen.
Schnelles, hastiges Essen: Da das Sättigungsgefühl zeitlich verzögert kommt, wird es nicht rechtzeitig registriert und in kurzer Zeit zuviel gegessen.
Die Arbeitsplätze werden zunehmend automatisiert: meist sitzende Tätigkeit und in der Freizeit ist Medienkonsum (TV, Videospiele, Gameboy sowie PC) angesagt.
15 - 20 Prozent der Elfjährigen schauen mindestens vier Stunden fern, bei den 15-Jährigen sind es sogar 20 - 25 Prozent!
Haushaltsmaschinen übernehmen bereits kleine Anstrengungen.
Laufen und radeln werden durch Autofahren ersetzt.
Andere Ursachen
Schwangerschaft, Unbeweglichkeit, bestimmte Operationen, Nikotinverzicht.
 

[TB] Benzer konular

Üst